Wachsein im Traum – Theoretische Überlegungen, Analyse und Interpretation von Chris Markers LA JETÉE

Anhang – Schichtenschema

Narrativiert durch:

Montage – wobei Einzelbilder Narration ausstellen

Erzählung – wobei Erzählung nicht immer zum Bild passt

Bewegungen im Bild – wobei Bewegungen Bild als Bild ausstellen

↨ „Stehende“ Bilder ↨

Da Narration nicht kohärent und sich selbst ausstellend:

Platzhalter für im Kino unterdrückte Gegenwart des Zuschauers

und

Gedächtnis für vom Zuschauer erschaffene Narration

Stehende Bilder können sowohl durch Montage (z.B. Statuenszene) als auch durch das Außen (z.B. Kritzeleien an der Wand) anders narrativiert werden als es die Erzählerstimme tut. So entsteht ein Dazwischen, welches gegenwärtig ist, weil es sich um eine Gleichzeitigkeit verschiedener Perspektiven handelt (zeitl. Perspektive der Erzählung und zeitl. Perspektive des narrativierenden Bewusstseins des Zuschauers bzw. der Montage), was die wirkliche Empfindung der Gegenwärtigkeit immer erfordert. In der Welt taucht der Mensch/sein Bewusstsein gleichzeitig auf mit der Erfahrung des eigenständigen Außen, deswegen ist er immer gegenwärtig. Im idealen, narrativen Film ist das Außen abgedunkelt, was auch zum Verschwinden der eigenen Gegenwärtigkeit/des Bewusstseins des Zuschauers führt. So entsteht eine angebliche Gegenwärtigkeit, das Präsentische. Der Film gibt Rhythmus und Takt vor und zwingt den Zuschauer zu Reaktionen. Man ist „in einem Film“, wie man so schön sagt, was ja auch in der Wirklichkeit immer wieder vorkommen kann. Das Dazwischen von LA JETÉE (Diskrepanz Bilder/Erzählung, Bilder in sich, Erzählung in sich) hebt diese Handlungsorientiertheit, diesen Reaktionszwang auf und setzt für das abgedunkelte Außen eben jene Fragmente des Films selbst ein, mit denen sich der Zuschauer wie mit (s)einer Umwelt, auseinandersetzt, was wiederum sein Bewusstsein/seine Gegenwart stärkt. Der Zwischenraum der Gegenwart ist also der Raum zwischen dem Material des Films selbst – welches als reine Wahrnehmung zur neuen, synthetischen Umwelt wird – und dem Bewusstsein des Zuschauers – in welchem das Filmmaterial als Erinnerung zum Gedächtnis des Zuschauers wird. Dabei ist es nicht nötig, dass der Film wie die Realität aussieht, es gelingt sogar besser, je weniger er das tut.
Narrativiert durch:Rahmen der Erzählung– wobei Erzählung sich als solche selbst benenntBilder – wobei Bilder nicht immer zu Erzählung passenAblauf  – wobei Erzählerperspektive mehrer Zeiten gleichzeitig aktiviert

↨ Stimme: Filmerzählung ↨

Da Narration nicht kohärent und sich selbst ausstellend:

Platzhalter für im Kino unterdrückte Gegenwart des Zuschauers

und

Gedächtnis für vom Zuschauer erschaffene Narration

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