|  Ein Film wie ein Film: Traumhaft, einfach, großartig – und todernst! Wir befinden uns in den Sechzigern auf einer abgeschiedenen Insel vor Neuenglands Küste. Die Post kommt mit einem Wasserflugzeug, es gibt einen Leuchtturm und einen Damm, Segelboote, Kanus und eine Fähre. Der Wald leuchtet europäisch und sieht so herrlich real aus, dass der Einbruch des Surrealen in seine konservative Natürlichkeit auf Anhieb den maximalen Märcheneffekt erzeugt – in einer Synthese aus Fantastischem und handfester Realität herbeigeführt durch pfeilgerade Individuen. Unbeirrbar und akkurat folgen diese Figuren ihrem vorgezeichneten Pfad, wie eine Armee von Kuka Industrierobotern, nur in Khaki statt . . . → Kritik: Moonrise Kingdom (2012)  Teenager auf Trash: Als würde man Dick und Doof in die Schule schicken… Die Serie um junge verdeckte Ermittler an der Highschool, die Ende der 80er ein großer Erfolg war- auch dank Johnny Depp – ist nun wirklich nicht die Art von Stoff, die man im Jahre 2012 im Kino erwarten möchte. Zum einen handelt es sich bei 21 Jump Street lediglich um eine Fernsehserie, die zudem lange vor der Emanzipation von Serien zum Supergenre produziert wurde; an Kino möchte man da gar nicht erst denken. Zum anderen hat sich seitdem viel verändert im Mikrokosmos Schule und die Highschool . . . → Kritik: 21 Jump Street (2012)  Vieaux Vague: Hurendasein, Erinnerungsliebe und kompromisslose Konsequenz. So alt ist Regisseur und Drehbuchautor Christophe Honoré noch gar nicht, als dass man von ihm einen Film erwarten möchte, der Liebe über Jahrzehnte und gar Generationen hinweg zu begreifen versucht. Und was er dabei geschaffen hat ist ein Monster. Inhaltlich, stilistisch und dramaturgisch präsentiert sich DIE LIEBENDEN – Von der Last, glücklich zu sein als ein zerrissenes Etwas mit schönen Augen und einem hässlichen Maul, in das der Zuschauer konsequent zu blicken gezwungen wird. Wer den Weg der Passion geht in Honorés Welt, der wählt eine Liebe jenseits der Gesellschaft, jenseits . . . → Kritik: Die Liebenden – Von der Last, glücklich zu sein (2011)  Kaugummi-Film: Knallbunte Blase mit fruchtigem Geschmack, die nach dem Zerplatzen keine Spuren hinterlässt. Robert Rodriguez hat noch einen draufgelegt auf seine SPY KIDS Reihe, und man will dem verspielten Film noch nicht einmal die kommerzielle Ausreizung vorwerfen. Warum nicht? Weil auch SPY KIDS 4D, wie allen anderen Rodriguez Filmen, der Spaß und der Enthusiasmus anzusehen ist, mit dem der inzwischen 43 jährige Allrounder seine Filme seit jeher macht. Wer Gefallen finden will am neuesten Abenteuer der Kinderspione in der actionreichen und vollkommen überzogenen Welt des OSS, der sollte entweder ebenso verspielt, gadgetgeil oder für Streiche aufgelegt sein wie die . . . → Kritik: Spy Kids 4D – Alle Zeit der Welt (2011)  Unter Damokles Schwert: Wozu man nicht fähig ist, wenn man zu allem fähig ist. Dunkel und kalt geht es in CHRONICLE zu. Andrew (Dane DeHaan) ist der Außenseiter in der Schule, der Prügelknabe für seinen Vater (Michael Kelly), etwas peinlich für seinen Cousin Matt (Alex Russel) und ein Engel für die schwerkranke Mutter (Bo Petersen). Der Film von Regisseur Josh Trank trägt recht dick auf, um diese Charakterisierung zu etablieren, zitiert auch Klischees und bleibt gefühlt oberflächlich – für das anvisiert jugendliche Publikum sind diese Bilder jedoch so begreiflich, dass die Stimmung gleich in den Keller rutscht. Die Grenze . . . → Kritik: Chronicle – Wozu bist du fähig? (2012)  Liebes Tagbuch, ich bin jetzt erwachsen… Ein Teeny Mädchenfilm bis zum Abwinken, gespickt mit süßen Jungs, Mutter Tochter Beziehung, Pubertät, Sex, Tagebuch, Schule und Familie. Wie wird die alleinerziehende Anne (Demi Moore) damit fertig, dass Tochter Lola (Miley Cyrus) beschlossen hat eine Frau zu werden? Verknallt in ihren besten Freund Kyle (Douglas Booth) kommt Lola auf allerhand merkwürdige Gedanken – und schon beim Trailer können sich die Mädchen im Kino das Kichern nicht verkneifen. Um dem Facebook Niveau gerecht zu werden, gibt es neben Hühnchen auch jede Menge Internet-Abkürzungen, der Titel gibt es ja bereits vor. Das wirkt irgendwie . . . → Kritik: LOL Trailer  So echt und wirklich und zugleich vollkommen traumhaft: Die Natur in Neuengland bringt merkwürdige Früchte empor. Der Eröffnungsfilm von Cannes 2012: Moonrise Kingdom, nach einem Drehbuch von Roman Coppola und unter der Regie von Wes Anderson (DARJEELING LIMITED). Die überbordende Starbesetzung beinhaltet Bruce Willis, Edward Norton, Bill Murray, Tilda Swinton und Harvey Keitel, umringt von einer Horde von Kindern. Zwei davon, Sam (Jared Gilman) und Suzy (Kara Hayward), büchsen aus, was die Pfadfinder, den Sheriff und die Eltern der Kinder zu einer skurrilen Suchaktion veranlasst – und schließlich kreuzt auch noch das Jugendamt auf. Der Trailer lässt vermuten, dass . . . → Kritik: Moonrise Kingdom Trailer  Wildnis ohne Wild: Fiktionale Naturdokumentation mit viel Gerede und wenig Wunder. Eine ganz andere Art von Dokumentation versucht Disneynature mit IM REICH DER RAUBKATZEN, der eigentlich viel lieber ein szenischer Film wäre. In gewisser Weise ist er das auch, denn bis zum Abspann lassen die Regisseure Fothergrill und Scholey nichts unversucht, ihn in dieses Korsett zu zwängen. Aber wie können in freier Wildbahn gefilmte Tiere Rollen übernehmen? Vertauschte Rollen: Die Protagonisten im Schatten, die Filmcrew lauert auf. Vor allem dadurch, dass eine pausenlos quasselnde Erzählerstimme (im Original Samuel L. Jackson) den unfreiwilligen Protagonisten dicke Dramen oktroyiert. Unfreiwillig . . . → Kritik: Im Reich der Raubkatzen (2011)  Jessica Biel muss auf Colin Farrell aufpassen, der irgendwie auf den Kopf gefallen scheint. Vor über 20 Jahren erinnerte sich noch Arnold Schwarzenegger in TOTAL RECALL – DIE TOTALE ERINNERUNG (Paul Verhoeven) an seine Vergangenheit als Topagent – jedoch nur eingebildet. Denn im Zukunftsthriller gehören Erinnerungsimplantate zum Alltag wie Urlaubsreisen. Der Film war ein actiongeladenes Stück Science Fiction voller kurioser Effekte und besitzt sogar heute noch viel Schauwert. Würde man eben diesen Film mit der gleichen Akribie wie damals und den heute zur Verfügung stehenden Mittel neu drehen, dann müsste das ein Knaller sein. Versucht hat sich daran Regisseur . . . → Kritik: Total Recall Trailer  Männer ohne Frauen: Gebrochenheit, Pathetik, heroische Brachialität. THE GREY ist einer dieser Liam Neeson Filme, der nicht wirklich schlecht ist, locker sein Geld macht aber ein wenig nichtsagend und seelenlos über die Leinwand flimmert. Die Bilder sind unspektakulär und gelungen, die Inszenierung und der Schnitt sprechen meist für kluges Storytelling und der Sound ist auch gut. Sonderlich tief eintauchen kann man in das aufgesetzte Drama um den Außenseiter Ottway (Liam Neeson) dennoch nicht, denn seine Trauer, seine gebrochene Lebenskraft und sein heroisch pathetisches, letztes Gefecht sind irgendwie trotzdem in der falschen Stimmung gedreht, um das fühlbar zu machen, was . . . → Kritik: The Grey – Unter Wölfen (2011) | |