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Crazy, Stupid, Love. (2011)

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Männer im Reich der Frauen: Von Aufreißer über anti Mann, Ehebrecher und Teenager werden alle Männer verrückt vor Liebe. Eine sehr sehenswerte Dummheit.

CRAZY, STUPID, LOVE. ist keine Komödie, sondern ein facettenreicher Liebesfilm mit komischer Grundhaltung. Und er ist gut. So gut, dass man das Kino hassen muss, denn es war wieder nur ein Film. Sonderlich realistisch ist der simple Handlungsbogen mit seiner konservativen Liebesmoral nicht, genau so wenig wie die Figuren, die im rechten Moment immer die passenden Worte finden. Überhaupt ist der Film ganz schön geschwätzig, und kitschig obendrein, man bedenke nur das DIRTY DANCING Zitat. Wie also schafft er es dennoch, dass man aus dem Kino tritt, von der Musik des nächtlichen Straßenmusikanten plötzlich tief berührt wird und das dringende Bedürfnis hat, eine Bar aufzusuchen? Zwei Gründe hierfür sind ohne Zweifel Jacob (Ryan Gosling) und Hannah (Emma Stone). Goslings Gesicht scheint für die Rolle des beherrschten Charmeurs Jacob extra gemacht worden zu sein, wohingegen Stone mit ihrem Coming out of Spießertum derart viel aggressiven Lebenshunger aus ihren adretten Zügen kitzelt, dass Jacob‘s Flachlegerqualitäten im Vergleich zu ihrem Willen zum Bumsen wie Gänseblümchen im Bordell wirken. Aber von Anfang an:

Cal (Steve Carell) wurde soeben von seiner noch Ehefrau Emily (Julianne Moore) abserviert. Dass sie ihn mit ihrem Arbeitskollegen Lindhagen (Kevin Bacon) betrogen hat nimmt Cal besonders mit, weswegen dieser Name das wohl am meisten verwendete Wort des Filmes wird. Die ganzen 118 Minuten lang versucht der stets etwas überzogen komödiantisch oder kitschig agierende Cal seine Frau zurückzubekommen, wobei er auch große Umwege nicht auslässt. Genau genommen ist es Aufreißer Jacob, der ihn auf gefährliche Pfade lockt, indem er ihn zu einem Abbild seiner selbst erzieht. Was ihn jedoch im ersten Moment einen Schritt weit zu seiner Frau zurückbringt – Moore einmal mehr mit bissigen Tränen – endet wie zu erwarten im totalen Fiasko. Gespiegelt und erweitert wird das Liebesdrama durch Cal’s Sohn, der sich in das Kindermädchen verliebt, das Kindermädchen, das sich in Cal verliebt und ja, sogar Jacob verliebt sich in Hannah, mit fatalen Konsequenzen. Der Film als solcher nimmt sein Thema durchaus ernst, auch wenn er dazu neigt im entscheidenden Moment über die Krise zu lachen. Eben dieser Humor ist es, der den Kitsch bricht, indem er die Künstlichkeit der ein oder anderen Szene ausstellt und so ganz zart die Sehnsucht nach der großen Liebe portraitiert. Den Höhepunkt erreicht CRAZY, STUPID, LOVE. im Stile eines Western Showdowns, der mit perfektem Timing alles in die Luft fliegen lässt. Sämtliche männlichen Hauptfiguren bekommen so die Chance ihre Hilflosigkeit voll auszulassen, was zu einer ungemein komischen, wenngleich bitterernsten Szene führt, die den Film hätte beenden müssen. Leider lassen die Regisseure Ficarra und Requa das nicht zu und verflachen den Film noch ein wenig. Verflacht wird auch der amüsante Charakter von Gosling, der sich explizit vor Carell (der auch Produzent ist) tot quatschen muss, jedoch fortan durch sein freches Grinsen weiter am Leben bleibt. Ohne den zu trottelig, konservativ dargestellten Cal und ohne das aufgesetzt kitschige Ende, hätte dies ein nachdenklicher, lustiger und sehnsüchtiger Liebesfilm sein können, so ist es nur ein guter Film – immerhin. Ach ja, und was die Musik des Straßenmusikanten anbelangt: Dass muss wohl am exzessiven Musikgebrauch des Films gelegen haben, der die Emotionen ungeniert ins Ohr der Zuschauer schmachtet, weshalb man(n) oder Frau bei der nächsten Schnulze im echten Leben gleich auf Emma Stone oder das geile Ding Gosling zu treffen glaubt.

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Information:

USA 2011

Dauer: 118 Minuten

Regie: Glenn Ficarra, John Requa

Drehbuch: Dan Fogelman

DoP: Andrew Dunn

Musik: Christophe Beck, Nick Urata

Darsteller: Emma Stone, Steve Carell, Julianne Moore, Ryan Gosling, Kevin Bacon, Marisa Tomei, Joey King, Liza Lapira, Jenny Mollen, Reggie Lee, Micaela Johnson, Beth Littleford, Josh Groban, Katerina Mikailenko, Analeigh Tipton

Genre: Romanze, Komödie, Drama

Im Kino: 18.08.2011

Im Web:

Crazy Stupid Love in der IMDb

Bilder und Trailer zur Filmkritik von Crazy Stupid Love auf der offiziellen Website 

Bilder und Trailer: (C) 2011 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC.

Crazy, Stupid, Love. (2011), reviewed by Christopher Haug on 2011-08-19T14:51:11+00:00 rating 4.0 out of 5

1 comment to Crazy, Stupid, Love. (2011)

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