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Captain America – The First Avenger (2011)

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captain americaStrahlender Comicheld der Vergangenheit wird zum realen Leben erweckt, um ihn im Heute nutzbar zu machen. Viel Look und Teenagerfantasie, wenig Durchschlagskraft. 

Der schmächtige Steve Rogers (Chris Evans) will zum Militär, wie sein bester Freund Bucky (Sebastian Stan), doch er ist untauglich. Irgendwie sind sie das doch alle, die Helden der Comics: Sie sind untauglich in der Gesellschaft, denn sie können nicht sein wie die anderen. Aber in ihrer vermeintlichen Schwäche liegt ihre größte Stärke. Das war es seit jeher, was abertausende von Kindern, Träumern und Außenseitern so sehr an Superheldencomics faszinierte. Der Glaube etwas besonders zu sein, gebraucht zu werden und auf seine Art die Welt zu retten. So gesehen ist Rogers im neuen CAPTAIN AMERICA – THE FIRST AVENGER Prototyp und Urgesteins eines Superhelden. Sein braves Gesicht mit den ehrlichen Augen passt wie die Faust aufs Auge zu einem, der sich ohne zu zögern auf die Handgranate wirft, um seine Kameraden zu schützen, der sich lieber Opfern will als zu töten und der schnurstracks die Vordertür nimmt, um die übermächtigen Bösen zur Strecke zu bringen. Er ist ein reiner und strahlender Held, wie ihn nur sehnsüchtige Träume ersinnen können – die Träume eines schwachen, kleinen Jungen, der nichts zählt in der Welt.

Genauso lupenrein, nur böse, präsentiert sich sein Gegenspieler Schmidt (Hugo Weaving) – man wähnt sich fast Agent Smith aus MATRIX gegenüber. Irgendwann muss er aber sein wahres Gesicht zeigen und das Antlitz Smith/Weaving ablegen. Spätestens hier ist der Film vollkommen in der fantastischen Bilderwelt des Comics angekommen, in die Rogers als normaler Junge Stück für Stück hineingewachsen ist. Helfenden Anschub hierfür gab das Serum des Dr. Erskine (Stanley Tucci), mit welchem die Amerikaner eine Armee von Supersoldaten gegen die Nazis auf die Beine stellen wollten. Muskelbepackt und der Logik der Physik trotzend tritt der neu geborene Captain America den Kampf gegen die Hydra an, eine okkulte Geheimorganisation der Nazis. Dabei darf Regisseur Joe Johnston die alte INDIANA JONES Fantasien der dunklen Nazi Mächte mit den kühnsten High Tech Träumen verbinden – so modern waren die Nazis noch nie! Und obwohl mit Weaving und Tommy Lee Jones (als gewohnt grantiger Colonel Phillips) zwei Schwergewichte angetreten sind, um den Budenzauber vom Superheldentum im Zaum zu halten, verliert der Film zusehends an ernsthafter Gefahr. Und in dieser Hinsicht steht CAPTAIN AMERICA – THE FIRST AVENGER kurz vor der Bedeutungslosigkeit: Es ist zu sehr tadelloser Traum und zu wenig Versagen. Zwar wird der Captain durchaus geschüttelt, nicht zuletzt durch die gelungene Rahmenerzählung. Die Inszenierung jedoch hält jedes Gefühl, welches über braven Heroismus hinausgeht, von ihm fern. Keine Trauer, keine Liebe, kein Schmerz. Und deswegen kann er nur schwerlich zur Identifikationsfigur der Untauglichen werden, weswegen der Film nicht tiefer gehen wird, als bis zum Entertainment. Das ist schade, denn fast wurde ein alter Held mit der in Prequels so populären Nachvollziehbarkeit neu geboren. Aber wo die Herkunft von Schild, Uniform, Name und Stärke geklärt wird, bleibt seine strahlende, körperliche wie emotionale Unverwundbarkeit in der weiten Ferne eines Traums ohne Wiederhall in unserer Wirklichkeit verschollen.

Die Bilder indes sind erwartungsgemäß beeindruckend, wenngleich sich der 3D Anteil wie so oft in Grenzen hält und das teure Ticket nicht wirklich rechtfertigt. Sowohl Ausstattung als auch Computerartists erschaffen eine im Design der 40er und des Cyberpunk schwelgende Fantasiewelt, die allein schon durch die Titel im Abspann überzeugt. CAPTAIN AMERICA – THE FIRST AVENGER ist eine Flucht ins Imaginäre, dessen wilder Traum erst richtig beginnt, als man ihn verloren glaubt – die anderen Avengers warten bereits und wer im Kino ebenfalls lange genug wartet, wird erneut mit einem Ausblick in die Zukunft belohnt. Note 2 für Nachwuchshelden, 3 für normalsterbliche Nichtpatrioten.

Ähnliche Filme:

Der unglaubliche Hulk, Iron Man 1+2, Thor usw.

Information:

USA 2011

Dauer: 124 Minuten

Regie: Joe Johnston

Drehbuch: Christopher Markus, Stephen McFeely

DoP: Shelly Johnson

Musik: Alan Silvestri

Darsteller: Chris Evans, Hugo Weaving, Tommy Lee Jones, Stanley Tucci, Hayley Atwell, Natalie Dormer, Dominic Cooper, Richard Armitage, Sebastian Stan, Samuel L. Jackson, Neal McDonough, Toby Jones, JJ Feild, Anatole Taubman, Christian Black

Genre: Comic, Fantasy, Abenteuer

Im Kino: 18.08.2011

Im Web:

CAPTAIN AMERICA – THE FIRST AVENGER in der IMDb

Bilder und Trailer zur Filmkritik von CAPTAIN AMERICA – THE FIRST AVENGER auf der offiziellen Website 


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