Warrior (2011)

wo allein das Warten auf eine SMS zu einer langanhaltenden Gänsehaut führt. Um den Kampf oder technisches Aspekte des Sports geht es nicht, sondern ums Gewinnen und Verlieren. Und um die Körperlichkeit von Männern als Ausdruck ihrer Gefühle. Angst, Stolz und Hass mischen sich hier mit dem Gefühl von Verlust und der Last von Verantwortung. Und freilich geht es eigentlich stets um den Versuch gut zu sein und das Richtige zu tun: Mit all der einfallslosen Einfalt, die einem Mann zur Verfügung steht, der nichts besseres gelernt hat, der von allem Guten, an das er je glaubte, herb enttäuscht wurde. Mit all der Angst und dem Frust eines Mannes, der sich nie durchsetzten konnte, weswegen er jetzt nicht vergeben kann. Mit all dem Wissen eines Mannes um sein eigenes Versagen und der Gewissheit, dass es nichts mehr gutzumachen gibt. Diese Drei sind eigentlich Eins in WARRIOR. Sie wollen doch nur das Richtige tun, doch es fällt ihnen so schwer. Deswegen müssen sie kämpfen.

warrior edgerton Bild
Übernimmt Verantwortung: Brendan (Edgerton) kämpft für die Familie.

Das ist die Rührung, die diesen Film ausmacht und jenem Gefühl aus Kindheitstagen entspricht, wo man sich allein gelassen, missverstanden und ungerecht behandelt fühlte – beleidigte Leberwurst hieß es dann. Doch Tom Hardy lässt bis zur letzten Szene kein Selbstmitleid gelten. WARRIOR macht aus ihm ein Tier, ein verletztes Tier, dem man besser nicht in die Quere kommt. Die glorifizierende Soldaten-Heldengeschichte für seinen Charakter hätte sich das Drehbuch aber auch sparen können, denn je mehr sie mit dem Finger auf ihn zeigen und ihn den Bösen nennen, ihn, der von Anfang an mit der größten Verletzung kämpft, desto deutlicher wird die Ungerechtigkeit, die ihm wiederfährt. Irakkrieg, Immobilienkrise, Bankenfrust und Hedgefonds Hohn sind zwar adäquate Bauteile des Dramas, der Kern liegt jedoch in der schmerzvollen Beziehung zweier Brüder, die auf sich allein gestellt waren, weil ihr Vater sie im Stich lies.

In vielerlei Hinsicht erinnert WARRIOR an CRYING FIST, was die offensichtliche Parallele des finalen Kampfes anbelangt ebenso wie die beeindruckenden Darstellerleistungen. Inmitten des Versagens, des Schmerzes und der Gewalt einer rauen Männerwelt wächst in beiden Fällen ein zartes Blümchen, das beweist, dass Männer mindestens so sentimental wie Mädchen sind, nur vertrottelter und stärker. Filmtipp und besser als THE FIGHTER. Für alle pathetisch starken Männer, denen folgendes Zitat geläufig ist: Wir gewinnen Gracie!

 

Warrior heulen Image
Gewaltige Liebe: Kontrahenten, Opfer, Brüder.

Imaginiertes Zitat:

Wir haben uns isoliert und gekämpft, waren verletzt aber haben gekämpft. Die anderen sahen noch nicht einmal, dass wir verletzt waren. Sie zeigten auf uns und nannten uns die Bösen. Und deswegen kämpften wir noch härter, kämpften weiter, obwohl wir keine Chance hatten und nie gewinnen wollten. Wir wollten, dass alle sehen, was hier passiert. Die Ungerechtigkeit. Und wie allein wir sind.

Ähnliche Filme:

The Fighter, Crying Fist

Information:

Warrior Boden Bild
Wildes Tier: Tommy blickt gen Boden, denn sonst verbrennt sein Zorn alles und jeden.

USA 2011

Dauer: 140 Minuten

FSK: 16

Regie: Gavin O’Connor

Drehbuch: Gavin O’Connor, Anthony Tambakis, Cliff Dorfman

DoP: Masanobu Takayanagi

Musik: Mark Isham

Darsteller: Joel Edgerton, Tom Hardy, Nick Nolte, Jennifer Morrison, Frank Grillo, Kevin Dunn, Maximiliano Hernández, Bryan Callen, Sam Sheridan, Fernando Chien, Jake McLaughlin, Vanessa Martinez, Denzel Whitaker, Carlos Miranda, Nick Lehane

Genre: Drama, Kämpferfilm, Boxerfilm

Auf DVD: 24.02.2012

Im Web:

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Warrior in der IMDb

Bilder und Trailer zur Filmkritik von Warrior auf der offiziellen Website

Copyright Bilder und Trailer: Universum

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