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Vergiss mein Nicht (2004)

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Vergiss mein nichtStellen sie sich vor, es wäre möglich unliebsame Personen einfach aus der Erinnerung zu löschen.  Und dann müssen zwei, die sich eben erst kennenlernen, feststellen, dass sie sich gerade neulich gelöscht haben. Charly Kaufman schreibt das Drehbuch, Michel Gondry inszeniert und das Ergebnis ist so dicht und erstaunend, dass sie diesen Film bestimmt schon gesehen haben.

Und falls nicht, können sie sich vielleicht einfach nicht daran erinnern, aber selig sind schließlich die Vergesslichen, denn sie werden auch mit ihren Dummheiten fertig, glücklich hingegen sind jene, die ohne Zukunft leben und am allerglücklichsten ist man laut VERGISS MEIN NICHT erst einen Wimpernschlag vom Nichts entfernt. Mit sehr viel Charme und der nötigen Findigkeit Kitsch zu enttarnen, lässt Gondry den vom Berufskomiker Jim Carrey gespielten Joel auf Clementine (Kate Winslet) treffen; ein Duo wie es ungleicher kaum geht. Gepaart mit fröhlich penetranter Musik entsteht so eine eröffnende Kennenlernsequenz, die den Witz, Charme und die Absurdität einer Chaplin Szene trägt, ohne anachronistisch zu wirken. Doch schon im nächsten Moment stürzt der Film in ein Raum und Zeit verdrehendes Chaos voller Mysterien. Erst nach einer Weile wird klar, Wo und Wann sich die Figuren nun befinden, sofern diesen Begriffen überhaupt noch Bedeutung zukommt. Eher schon bewegt sich VERGISS MEIN NICHT auf einer emotionale Landkarte, welche den Kern aller Erinnerungen bildet, die Joel an Clementine hat. Analog zu Josteins Gaarder‘s Sofie, ist Joel bald gezwungen der Umschrift des übermächtigen Gedächtnisautors zu entfliehen und Zuflucht in den letzten Winkeln kindlicher Erinnerung zu suchen, was Gondry liebevoll kurios bebildern lässt.

Garniert wird dieser sich überschlagende und vollkommen unvorhersehbare Handlungsablauf mit einem Satz makabrer Figuren, die sozusagen auf Joels emotionalem Grab tanzen, während dieser durch die Windungen seines eigenen Hirns irrt. Mit viel Sarkasmus geschrieben und umwerfender Treffsicherheit interpretiert etwa, ist die Rolle der Mary (Kirsten Dunst), die sich schnell als Oberdrecksschnalle unbeliebt macht. Wie der nicht minder niederträchtige Patrick (Elijah Wood) arbeitet auch sie für jene Firma, die Löschungen im Gedächtnis vornimmt, wobei das Verhalten der Mitarbeiter gegenüber ihren Klienten nur mit Wohlwollen despektierlich genannt werden kann. Was die Filmemacher von Menschen halten, die, ob nun besserwisserisch wie Mary oder „seriös“ wie Dr. Mierzwiak (Tom „Monolith“ Wilkinson ) in der Vergangenheit anderer herumwühlen, verrät das Schicksaal, welches der Film für diese Riege bereithält.

Schlimmer noch als die Zukunft zu kennen, ist die eigene Vergangenheit zu vergessen. Im Fall von VERGISS MEIN NICHT wird die Vergangenheit zum Jetzt und gräbt sich in verkehrter Reihenfolge und mit eindringlichen Songs tief unter die Haut, bis sich alles in Luft auflöst, im wahrsten Sinne des Wortes. Lange lässt der Film ein vorhersehbares Ende erahnen, mit dem der nicht nur die Protagonisten sondern auch die Zuschauer ins Bockshorn jagt. Unterm Strich ist VERGISS MEIN NICHT vielleicht weniger fantastisch, als man meinen möchte und schlichtweg der sehr gelungenen und schön anzusehende Versuch, menschliche Gefühle sinnvoll und sinnlich darzustellen.

Ähnliche Filme:

Vom Thema: Dark City,The Final Cut, Total Recall, Die wiedergefundene Zeit

Von der Machart: Sprich mit ihr, Anleitung zum Träumen

Von den Filmschaffenden: Abgedreht, Being John Malkovich, Adaption, Geständnisse – Confessions of a Dangerous Mind

Information:

Engl. Titel: Eternal Sunshine of the spotless mind

USA, 2004

Dauer: 108 Minuten

Regie: Michel Gondry

Drehbuch: Charly Kaufman

DoP: Ellen Kuras

Musik: Jon Brion

Darsteller: Jim Carrey, Kate Winslet, Kirsten Dunst, Mark Ruffalo, Tom Wilkinson, Elijah Wood

Genre: Mädchenfilm, Liebesfilm, Romanze, besonderer Film

Im Kino ab: 20.05.2004

Im Web:

Vergiss mein nicht in der IMDb

Bilder und Trailer zur Filmkritik von Vergiss mein nicht auf der offiziellen Website


Vergiss mein Nicht (2004), reviewed by Christopher Haug on 2011-05-31T11:22:08+00:00 rating 4.0 out of 5

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