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The Grey - Unter Wölfen (2011)

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The Grey - Unter Wölfen PlakatMänner ohne Frauen: Gebrochenheit, Pathetik, heroische Brachialität.

THE GREY ist einer dieser Liam Neeson Filme, der nicht wirklich schlecht ist, locker sein Geld macht aber ein wenig nichtsagend und seelenlos über die Leinwand flimmert. Die Bilder sind unspektakulär und gelungen, die Inszenierung und der Schnitt sprechen meist für kluges Storytelling und der Sound ist auch gut. Sonderlich tief eintauchen kann man in das aufgesetzte Drama um den Außenseiter Ottway (Liam Neeson) dennoch nicht, denn seine Trauer, seine gebrochene Lebenskraft und sein heroisch pathetisches, letztes Gefecht sind irgendwie trotzdem in der falschen Stimmung gedreht, um das fühlbar zu machen, was Bilder und Handlung heraufbeschwören wollen. Heraus gekommen ist ein Mehr und zugleich ein Weniger als ein Actionfilm.

The Grey abwesend Bild

Neeson wirkt wie immer irgendwie abwesend. Das passt gut zu Ottway, den er spielt.

Als Jäger soll Ottway die Arbeiter einer Ölgesellschaft in der Eiswüste Alaskas vor Wölfen schützen. Dass sich hier nur Versager und Abschaum herumtreibt, wird bestenfalls skizzenhaft bebildert, stattdessen übernimmt ein Voice Over, wie an anderen markanten Stellen auch, die emotionale Führung. Kurz darauf stürzt der Flieger in die Heimat mitsamt Ottway und den Arbeitern irgendwo im Eis ab. Was folgt ist ein Überlebenskampf, der sich recht schnell ausschließlich gegen die Wölfe richtet, die Blut geleckt haben. Im bewährten Prinzip wird so ein Überlebender des Absturzes nach dem anderen dezimiert, zwischendurch sorgen Flashbacks für eine emotionale Aufladung der vielen Tode und der eher unterkühlten Hauptfigur.

The Grey Bösewicht Image

Stereotype Nebenrollen: Diaz (Frank Grillo) ist der schlimme Finger mit dem guten Kern.

Kaum ergreifender verhält es sich mit den Nebenrollen, die wenig differenziert ausgearbeitet sind und den Eindruck erwecken, als würde sie die Rollen der dahingerafften Figuren einfach weiterreichen, um den obligatorischen Störenfried nicht zu verlieren. Die gemeinen Wölfe (digital und Animatronics) verhalten sich dem Film angepasst ziemlich unrealistisch – es stört jedoch, dass eine Katastrophengeschichte wie die eines Flugzeugabsturzes mit Überlebenskampf in der Wildnis physikalisch und logisch so unglaubwürdig erzählt wird. Lange Zeit wird nicht klar, wohin der Film eigentlich gehen will, denn er schwankt zwischen Action, Memento Mori und Tragödie. Die traurige Hintergrundgeschichte von Ottway hätte diese ungewohnte Kulisse des äußerlichen Katastrophengenres für eine innere Tragödie oder einen einfach nur sehr anderen Film nutzen können. Diese Tendenz bleibt aber nur im Ansatz erkennbar und der Film hängt nach allen Seiten in der Luft.

The Grey nichts zu verlieren Bild

Das Alpha und das Omega: Immer wieder Ottway, der nichts zu verlieren hat.

Trotz allem ist THE GREY – UNTER WÖLFEN nicht langweilig, wartet sogar mit gutem Galgenhumor auf und erinnert bisweilen an ein Kammerspiel in kreativ drapierter Studiokulisse. Überraschend verläuft die Story zwar nicht, der Plot ist aber dennoch unvorhersehbar und das Ende verrät, dass das Werk von Regisseur Joe Carnahan soviel mehr hätte sein können. Es stellt Fragen wie: Woran glaubt ein Mann, worum geht’s es einem Mann, was bedeutet das Leben eines Mannes? Aber die Beantwortung fällt ebenso unbefriedigend aus wie das Leben einer Handvoll harter Kerle unter Wölfen, fernab von jeder Frau – und das ist sogar gut, trotzig und bewegend. Als Allegorie kann der Film deshalb durchaus Punkten. Nur wie diese präsentiert wird, überzeugt nicht ganz. Und übrigens, bleiben sie sitzen bis der Abspann durch ist! 3,5 Sterne für das überraschende Anders und die gute Idee.

Ähnliche Filme:

Drive

Information:

Engl. Titel: The Grey

USA 2011

Dauer: 117 Minuten

FSK: 16

Regie: Joe Carnahan

Drehbuch: Joe Carnahan, Ian Mackenzie Jeffers

Nach dem Roman Ghost Walker von Ian MacKenzie Jeffers

DoP: Masanobu Takayanagi

Musik: Marc Streitenfeld

Darsteller: Liam Neeson, Dermot Mulroney, James Badge Dale, Joe Anderson, Frank Grillo, Dallas Roberts, Nonso Anozie, Larissa Stadnichuk, Ben Bray, James Bitonti, Jonathan Bitonti

Genre: Drama, Tragödie

Im Kino: 12.04.2012

Im Web: 

The Grey – Unter Wölfen in der IMDb

Bilder und Trailer zur Filmkritik von The Grey – Unter Wölfen auf der offiziellen Website

Copyright Bilder und Trailer: Universum

The Grey - Unter Wölfen (2011), reviewed by Christopher Haug on 2012-04-14T14:36:59+00:00 rating 3.5 out of 5

3 comments to The Grey – Unter Wölfen (2011)

  • Also ich bin ja mal echt gespannt auf diesen film möchte da nächste woche mal reingehen. der Bewertung nach scheint er aber ja nicht gerade so der knaller zu sein:(

  • MrPinguin

    Ich war in dem Film, und ich rate jedem, nicht reinzugehen. Ich und alle meine Freunde fanden ihn alle miserabel.

    Nehmt es euch bitte einfach zu Herzen…

  • Dr.Jarack

    der Film ist definitive nichts für transformers kiddies… aber für jeden der ne geistige reife über 20 hat ein muss

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