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The First Avenger: Civil War | Kritik

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Kritik

Civil War AvengerDüstre Wolken zeigen sich am Marvel Himmel – und dazwischen blitzt Spiderman durch.

Das Schwierige bei den Superhelden ist ja, dass es kaum ernst zu nehmende Gegner für sie gibt. Und das wiederum bedeutet keinen Konflikt, kein Drama, keine gute Geschichte. Also muss etwas Besonderes passieren. Eine außerirdische Bedrohung, ein übermenschlicher bzw. übermenschlich-gadgetierter Bösewicht oder ein MacGuffin wie Kryptonit, was auf die Dauer durchaus langweilt. Oder es wird eben ein anderer Superheld zum Gegner auserkoren, wie kürzlich im Film BATMAN V SUPERMAN: DAWN OF JUSTICE. Letzterer, ein durch und durch düsteres Machwerk, konnte die (nicht hardcore Comicfan-) Zuschauer dann aber doch nicht so recht begeistern. Bei den Avengers wird es glücklicherweise nur wolkig bis heiter, wenngleich Lichtgestalt Tony Stark (Robert Downey Jr.) nur noch selten glänzt und sich stattdessen Furchen auf seinem Gesicht zeigen.

Stark Civil War

Durch den Wind: Tony Stark (Robert Downey Jr.) muss viel einstecken und hat viel seiner Leichtfüßigkeit eingebüßt.

Nachdem die Biographien der Hauptfiguren mit den üblichen Rückblenden aufpoliert wurden, um sie auf die folgende Geschichte vorzubereiten und ein laufender Einsatz mehr schlecht als recht zu Ende gebracht wird, herrscht erst mal getrübte Stimmung bei den Beschützern der Welt. Zu viele Kollateralschäden. Selbstzweifel. Und eine aufmuckende Politik, welche die Avengers gerne unter ihre Kontrolle bringen möchte. Und wer, so möchte man meinen, ist der Erste, der gegen diese Fremdbestimmung Sturm läuft? Falsch! Der nicht wieder zu erkennende, Anzug tragende und etwas lädierte Tony Stark ist plötzlich ein wortkarger, langweiliger Spießer und wünscht sich nichts sehnlicher, als unter fremden Kommando legitimiert zu werden, um sich selbst nicht mehr schuldig fühlen zu müssen. Und auf der anderen Seite läuft gerade der Musterschüler Amok, dem Gerechtigkeit und Moral schon mit der DNS in sein milchbubenhaftes Gesicht gestrickt zu sein scheint: Steve Rogers (Chris Evans).

Civil War Rogers Stark

Freund und Feind: Rogers (Chris Evans) und Stark fest entschlossen gegeneinander.

Upside Down im Avengersland, so scheint es, aber wenn man genau hinsieht, dann steht da auf der einen Seite ein Bund von 173 Staaten, der versucht Kontrolle über die stärkste Waffe der Welt zu erlangen und auf der anderen Seite eine Macht, die dies unbedingt verhindern will – treffenderweise symbolisiert durch Captain America. Da schau an. So schief hängt der Haussegen also nicht, im Land der Sternchen und Streifen.

Schon bald wird ein wilder Kampf zwischen den Freunden toben, ausgelöst durch Bucky Barnes, dem Winter Soldier (Sebastian Stan). Er bringt Rogers und Stark dazu, sich mit je einer Handvoll Supertypen die Puste aus dem Leib zu prügeln – und das ist durchaus sehenswert. Weit weniger vorhersehbar, als wer mit wem in der großen Schlacht am Leipziger Flughafen ringen darf, ist die Rolle von Zemo (Daniel Brühl). Ganz ohne Superkräfte gelingt es dem Bösewicht mit genau überlegten Aktionen selbst die Stärksten auf die Matte zu schicken.

Zemo Civil War

Kaltes Gesicht, überlegene Resignation: Zemo (Daniel Brühl) lässt sich nicht in die Karten schauen.

Der sonst so allgegenwärtige Humor der Avengers, ihre Sticheleien und neckischen Kämpfe, die im Angesicht der Bedrohung stets zu einem leichtfüßigen „Ihr könnt mich Mal“ –Konter führten, fehlt diesmal. Es ist eben doch ein FIRST AVENGER,  Rogers bleibt eine Spaßbremse und auf Stark ist diesmal keinen Verlass. Die dennoch vorhandenen Lacher bleiben oft isoliert oder erscheinen manchmal gar etwas übertrieben, wenn etwa die Neulinge Spiderman (Tom Holland) und Antman (Paul Rudd), jeder auf seine Art albern, nicht richtig ins restliche Ensemble passen wollen. Aber eigentlich machen die Regisseure Anthony & Joe Russo alles richtig, denn so wird aus diesem Superhelden Clash trotz strotzender Absurdität  ein Film der Gewicht hat, der sein Momentum entwickelt und funktioniert.

Civil War Avenger Kritik

Wer hat Captain’s Schild stibitzt: Spiderboy (Tom Holland), oder doch Spiderman? Mit neuem Marvel/Sony Klamotten Design: Hauptsache Strumpfhosen

Und ja, es macht schon Spaß zu sehen, wie diese übernatürlichen Körper der Physik auf ganz anderem Level erliegen. Zwischen Autos rennen, mit LKWs werfen und etagenweise Böden durchbrechen – ein klein wenig beginnt man mitzufühlen, wie sich das wohl anfühlen könnte.

Unter dem Strich ist THE FIRST AVENGER: CIVIL WAR eine Filmempfehlung, wenngleich die erste halbe Stunde, trotz Action, etwas trocken ist und obwohl es fast zu viele „Super“ in diesem Film gibt. Aber schließlich nimmt sich der Filme gestandene 146 Minuten, um Nägel mit Köpfen zu machen, da kann man es schon mal gemächlicher angehen lassen…

 

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Batman v Superman, Captain America – The First Avenger

Copyright Bilder und Trailer: Disney Germany

FilmInfos

Information:

USA 2016

Dauer: 146 Minuten

FSK: 12

Regie: Anthony & Joe Russo

Drehbuch: Christopher Markus, Stephen McFeely

DoP: Trent Opaloch

Musik: Henry Jackman

Darsteller: Chris Evans, Robert Downey Jr., Scarlett Johansson, Sebastian Stan, Anthony Mackie, Paul Bettany, Jeremy Renner, Don Cheadle, Elizabeth Olsen, Paul Rudd, Chadwick Boseman, Emily Van Camp, Frank Grillo, William Hurt, Martin Freeman, Daniel Brühl

Genre: Action, Science-Fiction, Comic, Märchen

Im Kino: 28.04.2016

Im Web:

The First Avenger: Civil War in der IMDb

Offizielle Website 

Trailer

Trailer The First Avenger: Civil War


Copyright Bilder und Trailer: Disney Germany

The First Avenger: Civil War (2016), reviewed by Christopher Haug on 2016-04-19T16:15:45+00:00 rating 4.0 out of 5

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