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Shanghai (2010)

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Shanghai Film Poster

Historischer Agententhriller vor gelungener Film noir Kulisse wartet mit einem traumhaften Cast auf und besetzt dennoch falsch.Note 3

Wie Berlin oder Casablanca, so ist auch Shanghai am Vorabend des Zweiten Weltkrieges ein knisternd heißes Pflaster und wie prädestiniert dafür, als Kulisse für spannende Filme mit viel Abenteuergehalt zu dienen. Fast als klassischen Film noir inszeniert Mikael Håfström eine groß angelegte Agentengeschichte zwischen den aufkommenden japanischen Besatzern, chinesischen Widerstandskämpfern, Nazis und den Shanghaier Triaden. Mittendrin ermittelt der amerikanische Spion Paul (John Cusack), der hofft einen Mord zu klären, indem er einer mysteriösen Frau folgt. Anna (Gong Li) ist jedoch nur auf den ersten Blick eine Femme fatale, Gong Li‘s Darbietung macht sie dennoch zu einem Highlight des Films. Ähnlich Chow Yun-Fat, der der Nebenrolle des Triaden Bosses Anthony derartig viel Präsenz verleiht, dass man ihn gerne öfter gesehen hätte. Zu guter letzt betritt Ken Watanabe als Leiter des japanischen Geheimdienstes Tanaka das Parkett. Seine stoische Unausweichlichkeit macht dem Protagonisten des Films schwer zu schaffen. Cusack schlägt sich zwar wacker, wirkt aber trotzdem falsch besetzt für die Rolle eines aus dem Off sprechenden „Detektivs“ in einem Film noir im Stil von CHINATOWN. Er ist weder hartgesotten, noch unverschämt oder charmant genug, um diese Rolle zu füllen. Gleiches gilt für Dramaturgie und Inszenierung, die zwar über alle Zutaten verfügen, um einen fesselnden Film zu entwerfen, aber zu wenig energisch und bestimmt vorgehen, um für Spannung zu sorgen.

Deswegen erzählt sich SHANGHAI am besten über seine hochwertige Besetzung und die gelungenen Kulissen, deren

Shanghai John Cusack

Sind Cusack's Schultern breit genug für diese Rolle?

Studiolook, als Reminiszenz an den Film noir betrachtet, keinesfalls störend wirkt. Als nazifreundlicher Journalist getarnt, wird der amerikanische Spion Paul nach Shanghai versetzt. Leider kann er seinen Freund Conner (Jeffrey Dean Morgan) nicht mehr zu dessen Ermittlungen befragen; Menschenleben scheinen die Tage in der aufgeregten Metropole kaum noch Wert zu besitzen. Bei all den Hinrichtungen und Schießereien fällt es anfangs zudem schwer, die Parteien auseinander zu halten, die hier ihr intrigantes Spiel treiben. Dass sich hinter vielen angedeuteten Abenteuern aber nur Attrappen verbergen, enttäuscht dennoch. Am Ende werden weder die historischen Fakten fiktiv bereichert, noch die Liebesgeschichte konsequent vorangetrieben, noch das Rätselraten der Spionage ausgereizt. Obwohl manche Bilder perfekt sind und die Schauspieler glänzen, gelingt es SHANGHAI nicht sonderlich gut einen emotionalen und humanistischen Ungehorsam gegen die Schicksalsergebenheit der Weltpolitik zu stellen. Stattdessen bleibt Cusacks Motivation diffus und die ganze Geschichte zu leicht verdaulich.

Franka Potente gibt mühelos passend die deutsche Leni. Ihre kleine Nebenhandlung ist sogar inszenatorisch gelungen. Wer aber außer den vielen Stars und dem tollen Set mehr vom Film erwartet, wird nicht befriedigt. Was hätte wohl Scorsese mit DiCaprio aus diesem Film gemacht? Neben ein paar Drehbuchänderung wohl einen unvergesslichen Film. So aber nur Zeitvertreib.

 

Ähnliche Filme:

Casablanca

Information:

USA, China 2010

Dauer: 105 Minuten

Regie: Mikael Håfström

Drehbuch: Hossein Amini

DoP: Benoît Delhomme

Musik: Klaus Badelt

Darsteller: Chow Yun Fat, David Morse, Franka Potente, Gong Li, Hugh Bonneville, Jeffrey Dean Morgan, John Cusack, Ken Watanabe

Genre: Thriller, Historienfilm, Drama

Im Kino: 15.09.2011

Im Web:

Shanghai in der IMDb

Bilder und Trailer zur Filmkritik von Shanghai auf der offiziellen Website 

Copyright Bilder und Trailer: Senator Film

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