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Senna (2010)

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sennaLady Di für Rennsportfans. Die eindringliche Dokumentation aus Archivmaterial rast kurzweilig durch Ayrton Senna‘s Leben und scheint die Legendenbildung um den brasilianischen Rennfahrer durch spirituellen Fatalismus zu befeuern.

Die Stationen des Film sind recht simple aneinandergereiht: Nach der kurzen Vorstellung des jugendlichen Kartfahrers geht es für Senna in die Formel 1. Dort werden einige der eindrucksvollsten und umstrittensten Rennen explosiv aufgearbeitet. Dies geschieht durch geschickten Einsatz der Kommentatorstimmen, Off Kommentaren, haufenweise interessantem Archivmaterial und stets einer Brise von persönlichem Drama und Konflikt, was den Druck und die Spannung der einzelnen Rennen erst greifbar macht. Neben dem Duell Prost Senna geht es dabei freilich auch um Senna‘s ständigen Kampf gegen den französischen FIA Präsidenten Balestre und dessen Schikanen. Dabei bleib der Film mit Zahlen und Fakten eher sparsam. Gar im Minutentakt werden so ganze Jahre übersprungen, viel wichtiger ist Regisseur Asif Kapadia der Gemütszustand des schönen Rennfahrers, der nicht nur oft von seinen Emotionen übermannt wird, sondern auch voller Glaube sein Leben in die Hände Gottes zu legen scheint.

Die passenden Worte der Dokumentation hierzu aus Alain Prost Mund schmähen den Gläubigen als Gefahr für sich und alle anderen Rennfahrer. Doch SENNA lässt nichts zwischen die Liebe Gottes zu seinem schnellsten Mann kommen. Dabei wirkt es immer befremdlicher, wenn der Extremsportler von der Liebe Gottes und seinen Offenbarungen spricht, vor allem sein Versuch Gott immer näher zu kommen. Dem Zuschauer erscheint sogleich das Ziel dieser Reise vor dem geistigen Auge, der finale Boxenstopp gewissermaßen, auf den Senna zuarbeitet, vielleicht ohne es zu wissen. Eine andere Dimension, nennt er es selbst, wenn er wie in Trance durch die engen Kurven von Monaco fliegt und einen gestandenen Rennfahrer nach dem anderen hinter sich lässt. Eine Offenbarung, als er das erste Mal in Interlagos gewinnt und in Ohnmacht fällt. Er kommt Gott unaufhaltsam näher und der Film erweckt in seinem Rückblick den Eindruck, als hätte das Schicksal dieses rasenden Christen bereits von Anfang an festgestanden.

Dabei hält sich der Film in seiner Wertung eher zurück, kritisiert indirekt indem er kritisieren lässt, lässt vielsagende Archivbilder auch mal für sich sprechen, wie etwa die Blicke zwischen Prost und Senna, oder bringt (aktuelle) Meinungen der Beteiligten ohne nachzufragen in der Audiospur. Asif Kapadia beschränkt sich darauf zu verdichten und das auszuwählen, was großes Dramapotential birgt. Archivbilder werden aufgeladen durch Musik und Zeitlupe, vor allem aber durch den stetigen und geschickten Einsatz der archivierten und neuen Kommentare. Im Gegenzug entfallen die ermüdenden sprechenden Köpfe üblicher Dokumentationen. Es befindet sich kein neues Material im Film und das tut gut. Doch nicht nur Senna’s nicht immer chronologisch vorgetragene Zeit wird so zu neuem Leben erweckt, auch seine Perspektive wird greifbar montiert, selbst die aus dem Cockpit mit der verwackelnden Kamera, die wie ein wildgewordenes Insekt durch die Kurven ruckelt und dennoch eine meditative Faszination birgt, eine Ruhe in der Geschwindigkeit, wie sie die Formel 1 noch nie sah. Ist das die Nähe Gottes?

Information:

Großbritannien, Frankreich, USA 2010

Dauer: 106 Minuten

Regie: Asif Kapadia

Drehbuch: Manish Pandey

Musik: Antonio Pinto

Schnitt: Chris King, Gregers Sall

Genre: Dokumentation, Sport, Formel 1

Im Kino ab: 12.05.2011

Im Web:

Senna in der IMDb

Bilder und Trailer zur Filmkritik von Senna auf der offiziellen Website

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