Filme nach Schulnoten:

Nach Jahren sortierte Filme

NACH GUTEN FILMEN SORTIERT:
2011
2010
2009
2008

KINOFILME UNSORTIERT:
2012
2011
2010
2009

Filme nach Altersbeschränkung

Hugo Cabret (2011)

Hugo Cabret Plakat

Filmgeschichtliches Lehrstück: Viel heiße Luft ohne fesselnden Ballon. Zu sagen in HUGO CABRET treibe sich ein kleiner Junge im abenteuerlich mechanisierten Zwischengemäuer eines stattlichen und vor optischen Reizen überbordenden Pariser Bahnhofs der 30er Jahre herum, wäre untertrieben. Würde man den Bahnhof als Ganzes als Theater der Attraktionen betrachten, als Vaudeville und Abenteuerspielplatz erster Güte, so reichte dies schon näher an das heran , was Scorsese materiell und virtuell errichten lies, um seiner Vision des Kinos gerecht zu werden. Seiner Vision wohlgemerkt, nicht seiner Version. Vergleicht man den Mythos des Kinos, wie ihn Scorsese in HUGO CABARET explizit beschreibt und irgendwie hohl heraufzubeschwören versucht mit dem tatsächlichen Mythos vieler seiner Filme, so könnte man meinen ein wilder Stier hätte . . . → Kritik: Hugo Cabret (2011)

Dame, König, As, Spion (2011)

Dame König As Spion Poster

Aus dem Augenwinkel: Zurückhaltender und schwer greifbarer Agenten-Poker. Das Besondere an DAME, KÖNIG, AS, SPION ist vielleicht, dass es nichts Besonderes gibt an diesem Agententhriller, der sich selbst gar so wenig wichtig nimmt, dass er sich im Vorbeigehen erzählt. Man hat das Gefühl, die Kamera sieht gar nicht genau hin und kann keinesfalls behaupten, Ton oder Musik würden dramatische Momente sonderlich unterstützen. Stattdessen bleibt die Musik irgendwie leer, sofern sie nicht das Gezeigte konterkariert, wie ganz am Ende. Und wie oft in Agentenfilmen gibt der Ton viel Stille her – Warten und das gespannte Verfolgen einfacher Handlungen. Ein . . . → Kritik: Dame, König, As, Spion (2011)

The Artist (2011)

The Artist Poster

Sprache der Gefühle: Körperlich, zeitlos, stumm. THE ARTIST ist eine überschwängliche und bewegend traurige Liebesgeschichte im Hollywood der 20er und 30er Jahre, in Schwarz-Weiß und stumm. Dennoch kommt der Tonspur eine ganz besondere Bedeutung zu, denn der Film, welcher den Umbruch der Stummfilmzeit auf den Tonfilm am Beispiel des aus der Mode laufenden Stars George (Jean Dujardin) und des aufkommenden Tonfilmstars Peppy (Bérénice Bejo) beschreibt, wagt es sein selbstauferlegtes Schweigen hin und wieder zu brechen – und verstummt im Anschluss daran umso mehr. Wie damals werden die Bilder fast pausenlos von der Musik des Orchesters begleitet, das emotionale Momente . . . → Kritik: The Artist (2011)

Drive (2011)

drive Plakat

Zeit Loser Held: Kontemplative Ausweglosigkeit und gefühlvolle Brutalität. Die Handschuhe sind wichtig. Er trägt sie zum Fahren. Und bei anderen Gelegenheiten, die erst auf den zweiten Blick zu den zarten Zügen des Drivers (Ryan Gosling) passen wollen. Hat er sie nicht an, begleiten sie ihn lose hinten in die Jeans gesteckt, so dass sie selbst seinen Schatten charakterisieren. Das wirkt nicht aufgesetzt und nicht cool. Handschuhe sind nur ein Werkzeug, wie fast alles in seinen ruhigen Händen. Da er ebenso Rächer wie Retter, Albtraum wie Held ist, fällt seine . . . → Kritik: Drive (2011)

Die Muppets (2011)

Die Muppets Plakat

Ausweg aus der Krise: Selbstironische Fantasie und ausgelassenes Lachen.

Anders als die Sesamstrasse war die Muppet Show keine Kinderunterhaltung – und das sind DIE MUPPETS von 2011 noch immer nicht, obwohl sie singen und tanzen, hoffen und bangen und die Welt in ein Märchenland verwandeln, in welchem man hinter jeder Ecke auf Mary Poppins zu treffen glaubt. Aber trotz einer klaren Trennung von Gut und Böse und trotz der Kuriosität, dass hier betagte Puppen zu den Menschen und ihren Gefühlen sprechen, ist die Welt von DIE MUPPETS nicht ganz so einfach wie es der Song zu Beginn des Films . . . → Kritik: Die Muppets (2011)

Verblendung (2011)

Verblendung Poster

S&M: Salander & Mara

Auch wenn Blomkvsit die Hauptfigur in Stieg Larssons erstem Millenium Roman sein mag, so ist doch unbestritten Lisbeth Salander die dunkle Seele der Geschichte, das Faszinosum gewissermaßen, wenn nicht gar seine Essenz. David Fincher ist das freilich nicht entgangen und entsprechend stimmt er den Film auf seine Darstellerin Ronney Mara ab, die sukzessive die Hauptrolle des James Bond Stars Daniel Craig übernimmt, welcher als Blomkvist ungewohnt impotent in Erscheinung tritt. Vielerorts erinnert die Neuverfilmung des Bestsellers an Polanskis Ghostwriter: Grauer Himmel, Niederschlag, Kälte, entsättigte Farben, karge Abgeschiedenheit, mysteriöse Architektur und darin gefangen ein Schriftsteller, der . . . → Kritik: Verblendung (2011)

In guten Händen (2011)

In guten Händen Poster

Vibrator statt Thermometer: Hysterisch komödiantisch bis der Arzt kommt.

HYSTERIA lautet der Originaltitel von Tanya Wexlers romantischer Komödie, die sogar ein wenig Drama und etwas Emanzipation bietet. Anders als Cronenbergs A DANGEROUS METHOD sind hier aber kein Freud und kein Breuer dem versexten Unterbewusstsein auf der Spur. Vielmehr wird die Hysterie noch vor der psychoanalytischen „Talking Cure“ zerschlagen, kaum das Charcot sie in der Salpetrière pathologisierte. Um 1880 hat der fortschrittliche Arzt Mortimer (Hugh Dancy) wahrlich einen schweren Stand in einem London, das statt auf Hygiene lieber auf Aderlass und Blutegel setzt. Sein ominöser Glaube an unsichtbare Keime kostet . . . → Kritik: In guten Händen (2011)

Habemus Papam – Ein Papst büxt aus (2011)

Hamemus Papam Bild

Vertigo im Vatikan: Moretti lässt Piccoli auf dem Heiligen Stuhl schwindeln und strauchelt selbst bei der Umsetzung.

Was hat er sich dabei nur gedacht? Das fragen sich nicht nur die Kardinäle und die tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in HABEMUS PAPAM. Diese Frage geistert auch durch den Kopf eines Kritikers, der zu verstehen versucht, was Regisseur Nanni Moretti bei diesem Film wohl durch den Kopf ging. Einem Film, der das Oberhaupt der katholischen Kirche kurz nach seiner Ernennung zum Papst den Mut verlieren lässt und ihn dazu bringt, die Fliege zu machen. Einem Film aber auch, der weder als . . . → Kritik: Habemus Papam – Ein Papst büxt aus (2011)

Perfect Sense (2011)

Perfect Sense Poster

Erzählung einer Transgression: Ein Liebesfilm jenseits der Liebe.

Ob es um etwas geht, das vollkommen Sinn macht oder um den perfekten Sinn, das lässt Regisseur David Mackenzie in seinem Ausnahmefilm nur scheinbar offen. Lediglich vordergründig besteht PERFECT SENSE aus flacher Dramaturgie und symmetrischem Plot. Dahinter aber tut sich eine Tiefe auf, die selbst die Konzentration des menschlichen Ichs durch Erinnerung und Körperlichkeit auffächert und so das Sein mit der Welt zerfließen lässt, in trauriger Harmonie. Dies auf der Leinwand darzustellen erfordert Mut zur Leerstelle, doch mit dem bewährten Rückgriff auf die Erzählung selbst, kann das Alles im Nichts relativistisch . . . → Kritik: Perfect Sense (2011)

Jane Eyre (2011)

Jane Eyre Jamie Bell Bild

Historischer Klassiker: Jungregisseur filmt sensibles Liebesdrama mit ausdrucksstarken Landschaftsbildern und einer erstklassigen Besetzung.

Cary Fukunaga, Regisseur des hervorragenden, südamerikanischen Gangsterfilmes SIN NOMBRE, inszeniert mit Charlotte Brontës Klassiker JANE EYRE erneut ein hochemotionales Werk, nur tragen seine traurigen Helden diesmal viktorianische Garderobe statt Tattoos und Turnschuhen. Abermals gelingt es ihm, die markanten Eigenheiten des Milieus, von der distinguieren Sprache bis zum sonderbaren Rollenverständnis der Figuren, ohne  Befremdlichkeit zum Leben zu erwecken. Mit einfachen Bildern wird die Geschichte des Waisenkindes Jane Eyre (Mia Wasikowska) erzählt, die nach einer leidvollen Kindheit voll psychischer und physischer Misshandlungen als Gouvernante bei Mr. Rochester (Michael . . . → Kritik: Jane Eyre (2011)